NASA "World Wind" Geodaten





Übersicht eines TM-Mosaics mit der Schweiz im Zentrum

Im Gegensatz zu Google Earth sind bei World Wind der NASA die verwendeten Daten nicht proprietär, sondern frei verfügbar. Die etwas steinige Suche nach den Quellen führt über verschiedene Hops:

 

Enhanced Landsat

Die Landsat-Satelitenbilder finden sich zum Download unter zulu.ssc.nasa.gov. Der bei Lizardtech herunterladbare Decoder wandelt die Bilder unter MS-Windows vom MrSID-Format in gängige Rasterformate um. So erzeugt beispielsweise der Aufruf

mrsidgeodecode.exe -i N-32-45_2000.sid \

-o swiss.tif \

-ulxy 4000 16500 \

-wh 27000 18000 \

-of tifg -wf

ein GeoTIFF-File der Schweiz und des nahen Auslandes. Nach Konvention bedeutet hier im Filenamen N-32-45_2000.sid, dass der Ausschnitt in der Nordhemisphäre liegt und die UTM-Zone 32 vom Längengrad 45 bis 50 abdeckt.

 

Nach einer allfälligen Bildbearbeitung und Koordinatentrasformation wird mit

gdal_translate  -of GTiff -co "TILED=YES" swiss.tif swiss-tp.tif \

-projwin 480000 62000 860000 320000 \

gdaladdo -r average output.tif 2 4 8 16 32 64 128

das TIFF-File intern in Kacheln unterteilt und Pyramiden von 2- bis 128-facher Verallgemeinerung angelegt. Der Ausschnitt ist hier über Swiss Oblique Mercator Koordinaten definiert.  Um dies in dieser Form durchführen zu können muss auf dem Rechner gdal ist installiert sein.

 

Es ist in zu beachten, dass TIFF 6.0 mit 4Byte-INT Pointern vorsieht. Bilder über 4GByte lassen sich deshlab nicht in diesem Format abspeichern. Zudem kommt längst nicht jede Software mit 4GByte Bildern klar. In diesen Fällen empfiehlt es sich, die MrSID-Vorlage schon bei der Konvertierung mit entsprechenden Parametern für -ulxy und -bw in Teilgebiete aufzuspliten.

 

SRTM

Die Höhenmodelle stehen bei der Global Land Cover Facility zum Download bereit. Über eine interaktive Karte lassen sich die gewünschten Kacheln anwählen. Die Höhendaten sind in TIFF-Files als 2Byte-INT abgespeichert, was eine numerische Genauigkeit von einem Meter erlaubt. Die Bilder werden im GIS zu einem Raster konvertiert und stehen dann für Analsysen oder zur Visualisierung zur Verfügung.

 

Sachdaten

Sach- und Vektor-Daten können bei GeoNames eingesehen werden und stehen dort als Textdateien auch zum Download bereit. Nach etwas Handarbeit lassen sich die Daten in ein GIS wie beispielsweise GRASS oder ArcGIS importieren.

 

Koordinatentransformation

In einigen Fällen müssen die Daten in ein lokales Bezugssystem transformiert werden. Am einfachsten geschieht dies im GIS. Das freie GRASS kennt über hundert Projektionen. Zur Transformation werden zwei LOCATIONS erstellt, die erste mit der Projektion des Ursprungssystems, die zweite mit der des Zielsystems. Das Projektionssystem der Schweiz nennt sich in GRASS somerc, UTM wird mit utm bezeichnet und die Kugelprojektion der Erde (Längen/Breitengrade) mit ll. Eine Liste aller verfügbaren Projektionen finden sich unter $GISBASE/etc/projections. Die Befehle r.proj (Raster), v.proj (Vektordaten) oder m.proj (Einzelpunkte) bewerkstelligen die eigentliche Transformation.

 


Download



TMdesc.pdf
mrsiddecode_win.zip
MrSidDecodeFast.zip

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