FOSS4G 2006




Die Konferenz zum Thema Free Open Source Software for GIS wurde im Jahr 2006 im Lausanne abgehalten. Neben alten Bekannten trifft man auch auf neue Gesichter die mit neuen Ideen und neuen Projekten überzeugen. Ein paar persönlich gefärbte Perspektiven aus dieser gut organisierten Veranstaltung:

 

Datenbanken

Verschiedene Gespräche mit Anwendern von OpenSource Software deuten in diesem Marktsegment auf eine schleichende Migration weg von Oracle hin zu PostgreSQL/PostGIS. Dies gilt nicht nur für GIS-Anwendungen, sondern insbesondere auch für Datenbankanwendungen aus dem Bürobereich. Begründet wird dieser Schritt mit der für viele überbordenden Komplexität von Oracle und der damit verbundenen Kosten. Als Beispiel werden bei einer einfachen Oracle MS-Windows Installation rund 70'000 Files auf die Festplatte geschrieben.

 

Technisch ist Interlis als Datenmodellierungssprache und als Austauschformat von Geodaten nach wie vor führend. Trotzdem wird es sich kaum durchsetzen können, da es ausserhalb der Schweiz, insbesondere bei den GIS-Marktführern in den USA, keine Akzeptanz findet.

 

Web-Frameworks

Als WebMapServer-Instanz (WMS) bildet der UMN MapServer der University of Minnesota nach wie vor die Referenz. Verschiedene Framworks vereinfachen den Aufbau des Web-Clients. Nach unserer Einschätzung ist CartoWeb für den produktiven Einsatz nach wie vor State of the Art. Neue Projekte wie MapBuilder oder das MobileGIS könnten in Zukunft zur ernsthaften Konkurrenz heranwachsen.

 

WebFeatureServices (WFS nach OGC) warten nach wie vor auf den Durchbruch. WFS in Verbund mit einem leistungsfähigen Client sind unseres Erachtens aber eine Voraussetzung um von den heute verbreiteten, serverzentrierten Web-GIS Lösungen mit eingeschränkter Editier- und Auswerte-Funktionalität zu einer atraktiven, webbasierten GIS-Lösung zu gelangen. GML, SVG und AJAX sind die heute dazu bereitstehenden Schlüsseltechnologien. Was fehlt ist ein entsprechendes Framework.

 

Desktop

Auf dem Desktop gibt im Bereich freier Software GRASS den Ton an. Hervorstechende Merkmale sind die vielfältigen, mehrheitlich rasterbasierten Auswertemöglichkeiten und die 3D-Funktionalität. Arcview 3.x Clones wie QGIS oder uDig bestechen durch einfache Handhabung sind aber noch im Entwicklungsstadium. Auf in einer PostgreSQL/PostGIS Datenbank gehalte Datenbestände können in der Zwischenzeit die meisten Lösungen direkt zugreifen.

 

3D-Visualisierung

Noch in den Kinderschuhen steckt die 3D-Visualisierung von Geodaten über das Web. Google Earth und World Wind der NASA geben einen Eindruck des zur Zeit machbaren. GRIFOR und insbesondere X3D zeigen mögliche Wege in die nahe und weitere Zukunft.


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